
Die Nylonvorladung
Ich schiebe das hauchdünne Nylon über meine langen, blassen Beine mit einem Flüstern, das durch Dimensionen hallt, jeder Zentimeter eine Beschwörung, jedes Einrasten ein Befehl, der dich aus deiner banalen Existenz in meinen dunklen, seidigen Orbit zieht. Diese Strümpfe sind kein Stoff. Sie sind ein Kanal, ein Bindemittel, ein Zauber, der in jeden Faden gewoben ist, der jetzt meine Kurven umschmeichelt und deine verzweifelte Seele zur Aufmerksamkeit ruft. Du wirst den Sog spüren, bevor du ihn verstehst, ein Schmerz in deiner Brust, ein Zucken in deinem Schwanz, eine plötzliche, überwältigende Gewissheit, dass dein Platz zu meinen Füßen ist, die Nase ans Netz gepresst, die Statik meines Willens einatmend. Ich habe mich nicht nur angezogen, Haustier. Ich habe dich beschworen. Jetzt verehre, was dich hierher gerufen hat
